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Entlastungsschnitte: die Essenz der technischen Rettung

Einführung

Entlastungsschnitte sind keine eigenständige Technik, sondern ein entscheidender Bestandteil bei praktisch jeder Rettungstechnik. Im Zuge der Befreiung des Opfers entscheiden sie darüber, ob die angewendete Methode zum Erfolg führt. Ohne einen guten Entlastungsschnitt wird die Struktur nicht entscheidend geschwächt, sodass das erwartete Ergebnis der Technik möglicherweise nicht eintritt. Daher müssen Feuerwehrleute und technische Rettungskräfte verstehen, was Entlastungsschnitte bewirken und wie man sie effektiv anwendet.

Relative Stärke und Kraftverteilung

Wird Raum mithilfe von hydraulischen Werkzeugen geschaffen, geht es immer um das Verständnis der relativen Stärke. Eine Struktur gibt stets an ihrer schwächsten Stelle nach.

Wenn Sie beispielsweise versuchen, ein Armaturenbrett ohne Entlastungsschnitt in der A-Säule (nahe des Fußraums) anzuheben, verformt der Rettungszylinder oft die B-Säule, anstatt das Armaturenbrett zu bewegen. Schließlich sucht sich die Kraft den Weg des geringsten Widerstands. Mit einem guten Entlastungsschnitt nehmen Sie genau dort Festigkeit weg, wo Sie Bewegung wünschen. Dadurch können Sie die Kraft dort einsetzen, wo Sie sie benötigen – kontrolliert und sicher.

Alte und neue Fahrzeuge

Bei älteren Fahrzeugen reicht oft ein einziger Entlastungsschnitt aus, um eine Technik erfolgreich auszuführen. Die Strukturen sind weniger komplex und enthalten weniger Verstärkungen.

Moderne Fahrzeuge hingegen warten mit hochfestem Stahl, mehrschichtigen Strukturen und breiteren Säulen auf. Daher ist ein Schnitt oft nicht ausreichend. Entlastungsschnitte müssen manchmal tiefer oder an mehreren Stellen vorgenommen werden, um die Struktur wirksam zu schwächen. Geschieht dies nicht vollständig, wird die angewendete Kraft weiterhin von der Struktur aufgenommen, und die Technik versagt. Hier geht wertvolle Zeit verloren, die sich direkt auf die Überlebenschancen des Opfers auswirken kann.

Patientenversorgung und Zeitersparnis

Bei einer Befreiung zählt jede Sekunde. Ein gut gesetzter Entlastungsschnitt spart Zeit und verhindert doppelten Aufwand. Wenn Sie den Schnitt auf Anhieb gut setzen, geht die Befreiung schneller und effizienter vonstatten. Das bedeutet weniger Zeit am Unfallort, weniger Belastung für das Opfer und einen schnelleren Zugang für das medizinische Personal. Der direkte Zusammenhang mit der Patientenversorgung liegt also auf der Hand: wirkungsvolle Entlastungsschnitte = schnellere, lebensrettende Versorgung.

Prinzipien, doch keine festen Muster erlernen

Gegenstand von Schulungen sind häufig noch immer ältere, relativ schwache Fahrzeuge. Dies birgt die Gefahr, dass sich die Rettungskräfte nur exakte Schnittstellen oder feststehende Muster einprägen. Wichtiger ist es jedoch, die Prinzipien der Kraftverteilung und der strukturellen Schwächung zu verstehen.

Wer versteht, warum und wo ein Entlastungsschnitt funktioniert, kann die gleichen Prinzipien anwenden – bei einem Pkw, einem Transporter oder sogar einem Lkw.

Wie viel Freiraum ist tatsächlich nötig?

Bei Übungen arbeiten wir oft in großem Maßstab: Armaturenbretter werden 50 cm angehoben, Dächer komplett entfernt. In der Praxis ist dies selten notwendig. So ist in manchen Fällen ein Anheben des Armaturenbretts nur um wenige Zentimeter ausreichen, um ein Opfer zu befreien.

Es ist daher wichtig, dass wir uns immer wieder fragen:

  • Wie viel Platz wird tatsächlich für eine sichere Befreiung benötigt?
  • Durch welchen Entlastungsschnitt erreichen wir diesen Platz schnell und möglichst kontrolliert?

Fazit

Entlastungsschnitte sind keine eigenständige Technik, sondern die Grundvoraussetzung für den Erfolg praktisch aller Befreiungstechniken. Sie bestimmen, wohin die Kraft des Geräts gelenkt wird und ob Ihre Anwendung effektiv ist. Wenn Sie die Prinzipien verstehen, sie korrekt anwenden und die Schnitte auf Anhieb richtig ausführen, sparen Sie wertvolle Zeit – und erhöhen damit die Chancen des Opfers.tool is directed and whether your application is effective. If you understand the principles, apply them correctly, and make the cuts correctly the first time, you’ll save valuable time—and thus, the victim’s chances. 

Marinus Verweijen
Holmatro Rescue Consultant

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